Kurz gescannt: Das Thema Unternehmertum im rot-grünen Koalitionsvertrag für Hamburg

Als Experten für Investitionsentscheidungen, die auch viel für Hamburger Wirtschaftsförderer arbeiten, interessiert uns natürlich brennend, was sich der neugewählte Hamburger Senat für die Legislatur zum Thema Unternehmertum vornimmt. Wir haben uns daher den rot-grünen Koalitionsvertrag angesehen. Die wichtigste Nachricht: Hamburg will mehr wissensbasierte Gründungen.

Aber auch an anderen Stellen liest sich das Papier durchaus zukunftsgewandt und ambitioniert. Hier die wichtigsten Stellen im Zitat:

Leitlininen (S.16)

Der Hamburger Senat wird seine Wirtschaftspolitik an folgenden strategischen Leitlinien orientieren:

– Wissensbasis verbreitern: Hamburg hat bei den Forschungs- und Entwicklungs-Ausgaben – sowohl bei den öffentlichen als auch den privaten – Nachholbedarf. Hamburg braucht mehr wissensbasierte Gründungen, höhere Forschung- und Entwicklungs-Ausgabenanteile in den Unternehmen, eine bessere Vernetzung von Wirtschaft und Wissenschaft, ausreichende Fachkräfte.

– Digitalisierung: Die Digitalisierung wird die Wirtschaft grundlegend verändern. Digitalisierung, Vernetzung, Produktion und Dienstleistung wachsen zusammen. Die Unternehmen müssen sich darauf einstellen. Hamburg braucht IT-Unternehmen, die die Digitalisierung der Wirtschaft vorantreiben. Der Senat wird diese Prozesse befördern und Netzwerke unterstützen, die die Unternehmen auf diesem Weg begleiten. Dabei wird der Senat dafür Sorge tragen, dass der Datenschutz rechtlich und technisch an neue Entwicklungen der Digitalisierung angepasst wird.

– Internationalisierung: Hamburgs Wirtschaft ist international ausgerichtet, die internationale Arbeitsteilung und die Globalisierung wird weiter voranschreiten – auch aufgrund der Digitalisierung. Hamburg kann seine Stärke nutzen, um die Internationalisierung voranzutreiben.

 

Investitions- und Förderbank (S.17 oben)

Hamburg hat mit der Investitions- und Förderbank (IFB) eine wichtige Institution zur Förderung von Unternehmensfinanzierung und Existenzgründung. Der Senat wird zusammen mit der IFB in Hamburg die Rahmenbedingungen für mehr Ansiedlungen und mehr Unternehmen setzen.

 

Neuausrichtung der Hamburgischen Gesellschaft für Wirtschaftsförderung (HWF) (S.18)

Die HWF wird ein Dienstleistungspaket für kleine und mittlere Unternehmen entwickeln, um damit im Ausland für Hamburger Unternehmen zu werben.

Sie soll zu der One-Stop-Agency für Ansiedlung und Investitionen ausgebaut werden. Dazu muss die HWF in die Lage versetzt werden, verbindliche Zusagen an die Unternehmen zu geben und damit z.B. die letztverbindliche Entscheidung über die Vergabe von städtischen Wirtschaftsförderungsflächen zu treffen….

 

Gründungs- und Wachstumsfinanzierung (S.19 unten)

Der Senat wird eine digitale Gründungsplattform für wissensbasierte Gründungen schaffen, die Hamburger Hochschulen, Wirtschaftsakteure und Forschungseinrichtungen dabei unterstützt, mehr Gründungen und Ausgründungen zu ermöglichen. Mit dieser Gründungsplattform wollen wir Gründerinnen und Gründer betreuen, bei Finanzierungsmöglichkeiten beraten und bei Anträgen unterstützen.

Zusammen mit der Investitions- und Förderbank (IFB) und der HWF wird der Senat die Gründungs- und Wachstumsfinanzierung von kleinen und mittleren Unternehmen in Hamburg verbessern. Insbesondere wird geprüft, die Entscheidungsprozesse zu beschleunigen.

Der Senat wird die Tätigkeit der Kreditkommission durch Einbindung der Vorsitzenden von Haushalts- und Wirtschaftsausschuss bei der Beratung von finanziell besonders bedeutenden Fällen (größer 10 Mio. Euro) stärker demokratisch legitimieren.

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