Europäische Kommission

Finanzbildung in Europa: Deutschland nicht schlecht, aber nicht spitze

evers & jung hat für die Europäische Kommission (DG Markt) in allen Mitgliedsländern die Aktivitäten im Bereich der finanziellen Bildung ausgewertet. Das brachte Erstaunliches zutage und stützte die aufkommende Diskussion zu diesem Thema in Deutschland.

Ausgangslage

Waren die klassischen evers & jung-Themen lange Jahre eher für die Generaldirektionen Beschäftigung/Soziales oder Unternehmen der Europäischen Kommission relevant, entdeckte vor einigen Jahren die GD Markt die Bedeutung der finanziellen Bildung für funktionierende Kapitalmärkte. Sie vergab ein Forschungsprojekt an evers & jung, das ihr einen Überblick über den Status quo verschaffen sollte.

Lösungsansatz

Mit einer Netzwerk-Methodik sammelte evers & jung 440 Fragebögen aus allen 27 Mitgliedsstaaten. 154 Bildungsprogramme zur Erhöhung der finanziellen Kompetenzen ließen sich auf diese Weise identifizieren und erstmals systematisch in einem Katalog darstellen. Erfasst wurden u.a. Zielgruppen, Inhalte, Methoden und Träger – aber auch Handlungsorientierung und die Frage, ob das Programm aktiv vermarktet wird.

Ergebnisse und Erfolge

Deutschland gehört zu den fortgeschritteneren EU-Staaten bei der Bemühung um finanzielle Bildung, Spitzenreiter ist jedoch Großbritannien. Hauptzielgruppen zum Zeitpunkt der Studie waren – wie in der öffentlichen Debatte regelmäßig gefordert – Kinder und Jugendliche. Bei aller Unterschiedlichkeit waren auch Trends erkennbar: Über zwei Drittel der Programme waren für Kinder und Jugendliche gemacht, neben Schule und Universität gehörte das Internet zu den wichtigsten Vermittlungskanälen (66 Prozent) und die Programme wurden meist von öffentlichen oder gemeinnützigen Organisationen betrieben. Allerdings entdeckte auch die Finanzwirtschaft das Thema bereits für sich: 15 Prozent der Finanzbildungsinitiativen in der EU wurden von Banken oder Versicherern getragen.

In Deutschland waren die Verbraucherverbände und Schuldnerberatungsstellen am eifrigsten. Aus ihrer Hand stammen Initiativen wie „Cashless München“, „vorsorgedurchblick.de“ und „Moneycheck for Life“. Auch Flaggschiffe wie „Altersvorsorge macht Schule“, an dem neben mehreren Ministerien der Deutsche Volkshochschulverband, die Tarifparteien, die Deutsche Rentenversicherung und der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) mitwirkten, fanden sich unter den erfassten 34 Initiativen in Deutschland.

Die Studie ist nach wie vor kostenfrei im Download erhältlich.

Ihr Kontakt

Marco Habschick
Experte für digitale Beratung zu Finanzthemen

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