LaborXHH#5: Viel Interesse am Thema Crowdfunding

Die Digitalisierung macht’s möglich: Crowdfunding, also die Idee, mit vergleichsweise kleinen Beträgen gemeinsam Projekte und Unternehmen zu finanzieren, ist in aller Munde. Hunderte von digitalen Plattformen haben sich innerhalb von wenigen Jahren weltweit gebildet und bringen Geldgeber und -nehmer zusammen – ursprünglich eher im Spenden- und Kreativbereich, längst aber auch für kleinteilige Unternehmensbeteiligungen. Natürlich ist das auch ein Thema für Gründerinnen und Gründer in Hamburg – und damit für das LaborX für Entrepreneurship Hamburg, das Format nach dem Vorbild der Stiftung Entrepreneurship von Professor Günter Faltin in Berlin.

Die fünfte Ausgabe der interaktiven Veranstaltungsreihe rund um die Gründungsidee in Hamburg fand am 25. April statt. Nach vier erfolgreichen Abenden in den vergangenen Monaten gingen Experten und Publikum also diesmal gemeinsam der Frage auf den Grund, für welche Gründer Crowdfunding eine realistische Option ist, um Finanzierer jenseits des Bankkredits zu finden: Was genau kann Crowdfunding leisten? Für welche Vorhaben ist welche Variante geeignet, welche nicht? Und schlägt man damit die sprichwörtlichen „zwei Fliegen“, weil man neben der Finanzierung gleich auch Bekanntheit aufbaut?

Crowdfunding: Sprachwirrwar und deutscher Sonderweg wie beim „Handy“

Bei diesem LaborX HH gab es erstmals zwei Impulsgeber zu Beginn des Abends: Christin Friedrich, Geschäftsführerin der Innovestment GmbH, und Oliver Gajda, Gründer und Geschäftsführer des European Crowdfunding Network. Im Gespräch mit Jan Evers arbeiteten sie heraus, dass schon die Begriffsvielfalt verwirrend ist: „Crowdinvesting“, also die Unternehmensbeteiligung im Schwarm, heißt nur in Deutschland so. Im Englischen spricht man hier vom „Equity-Based Crowdfunding“ – Oliver Gajda verglich dies mit dem „Handy“, das in der ganzen Welt „Mobile“ heißt. Deutlich wurde ebenfalls: Allein schon in Deutschland existieren mehr als 100 Plattformen. Die erste Herausforderung für Gründer und Anleger besteht also schon darin, herauszufinden, ob die jeweilige Plattform überhaupt „lebt“ und aktuelle Kapagnen aufweist. Hat man sich für eine Crowdfunding-Form entschieden, entsteht laut Christin Friedrich ein hilfreicher Zwang, mit dem Gründungsvorhaben aktiv „unter die Leute zu gehen“: Eigentlich ist das für jede Gründung sinnvoll, aber bei einer Crowdsponsoring-Kampagne beispielsweise ist es integraler Bestandteil der Finanzierungssuche.

Drei Gründerinnen und Gründer diskutierten die Chancen von Crowdfunding für ihre Businessidee

Auch beim LaborX HH #5 stellten sich wieder drei ausgewählte Gründungen vor. Neben der grundsätzlichen Arbeit am Entrepreneurial Design war das Publikum gefordert, einzuschätzen, ob Crowd Funding für die vorgestellten Gründer eine Option darstellt:

Das LaborX-Publikum war sich einig, dass dies eher kein Fall für Crowdinvesting ist – vielleicht aber für eine Crowdsponsoring-Kampagne. Es empfahl der Gründerin Henrike Berg u.a., über Kooperationen mit Business-Coaches oder Unternehmen nachzudenken.

  • Gleem – einfach gesundes Konfekt

Anna Gliemer macht das, wonach sie selber immer gesucht hat: leckeres gesundes Naschwerk. Beim LaborX stellte sie ihre Crowdsponsoring-Kampagne vor, bei der ihr nach Einschätzung von Christin Friedrich ihre Authentizität sehr zu Gute kommt – gerade wenn die Kampagne wie bei Gleem nicht auf Anhieb gut läuft. Anna Gliemer ging mit handfesten Optimierungsvorschlägen für ihre Kampagne nach Hause.

  • sidefits – die Online-Plattform für individuelle Sport-Workouts

Die WorkoutCloud von Joschka Sondhof schlägt Nutzern intelligente Sets an Sportübungen zusammen („Workouts“), basierend auf den jeweiligen Nutzerpräferenzen. Die Gründer baten das Publikum um Ratschläge zu Vertriebspartnern und USP. Die Tipps reichten von Fitness-Centern bis Krankenkassen und führten auch nach der Veranstaltung zu lebhaftem weiteren Erfahrungsaustausch.

Wie schon beim letzten Mal bestand wieder die Möglichkeit für interessierte Startups und Förderakteure, Marktstände im Veranstaltungsraum aufzustellen. THINKS, Caté und die Hamburg Kreativ Gesellschaft konnten sich so präsentieren und vor der Tür sorgte der Food-Truck von HOLY DOGS für leckere Hotdogs.

Hier wie immer ein paar optische Eindrücke aus der Veranstaltung:

LaborXHH_Crowdfunding_6 http://eversjung.de LaborXHH_Crowdfunding_5 http://eversjung.de LaborXHH_Crowdfunding_4 http://eversjung.de LaborXHH_Crowdfunding_2 http://eversjung.de LaborXHH_Crowdfunding_3 http://eversjung.de LaborXHH_Crowdfunding_1 http://eversjung.de

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das LaborX HH will die Gründungskultur in der Hansestadt fördern und kombiniert dazu fachliche Expertise mit der Schwarmintelligenz der Teilnehmenden. Der Ablauf folgt einem erprobten Erfolgsrezept des Berliner Entrepreneurship-Professors Günter Faltin: Nach dem Impulsdialog mit einem Visionär, erfolgreichen Unternehmer oder Gründungsexperten stellen ausgewählte Entrepreneure kurz und knapp ihre Gründungsidee vor. Durch Fragen und Anregungen des Moderators können sie neue Ideen und Perspektiven entwickeln, ihr Konzept verändern oder verfestigen. Das Publikum ergänzt mit Hinweisen und Tipps, hinterfragt und erweitert die Geschäftsidee.

Vom LaborX können Gründer, Startups und Entrepreneure gleichermaßen profitieren – unabhängig davon, ob sie noch die ersten Ideen wälzen oder bereits gegründet haben. Wem das Thema Gründen durch den Kopf geht, wird beim LaborX HH auf Gleichgesinnte treffen, Inspirationen finden und regelmäßig auch andere inspirieren.

Das LaborX für Entrepreneurship Hamburg findet jeden zweiten Monat im Forum Finkenau auf dem Mediencampus der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg-Uhlenhorst statt. Es wird mit Unterstützung der Stadt Hamburg und in Zusammenarbeit mit vielen weiteren Partnern realisiert.

Mehr dazu regelmäßig auf https://www.facebook.com/laborxHH.

Es gibt noch keine Kommentare, Sie können der erste sein!



Comments are closed.