Die Gründungsidee voran bringen: Entrepreneurial Design im LaborX

„Ein genialer Einfall ist noch lange kein gutes Konzept“ – dieses Motto des Berliner Entrepreneurship-Professors, Business Angels, Gründers und Buchautors Günter Faltin ist ebenso simpel wie zutreffend. Ein stimmiges Entrepreneurial Design – also die gezielte Entwicklung der verschiedenen Aspekte einer Geschäftsidee zu einem marktfähigen Konzept – ist entsprechend unverzichtbar für eine erfolgreiche Gründung. Eine besonders spannende Methode, am Entrepreneurial Design zu arbeiten, hat evers & jung nun nach Hamburg geholt: Faltins Veranstaltungsformat „LaborX“, das er seit vielen Jahren erfolgreich in Berlin einsetzt, hatte am 7. Juli Premiere in der Hansestadt.

Und so sah die Praxis aus: Zuerst stellte Günter Faltin im Impulsdialog mit Jan Evers die Kernidee des Entrepreneurial Designs vor. Dann half das Moderatoren-Duo den drei Gründer/innen anhand systematischer Fragen zum Entrepreneurial Design, ihre Gründungsidee weiter zu schärfen. Zur Erweiterung der Ideen kam das Crowd Sourcing ins Spiel: Nachdem die Gründer den Moderatoren Rede und Antwort gestanden hatten, brachten die rund 150 Teilnehmer anhand der gleichen Fragestellungen zahlreiche kreative und bereichernde Anregungen und Ideen ein – und eröffneten den Gründern damit wertvolle neue Blickwinkel auf ihre Konzepte.

LaborX mit Daniel Cremer

LaborX Hamburg Gründer-Interview (Foto: J. Kittner)

Leidenschaft und aufmerksamkeitsstarke Ideen elementar

Entscheidend bei der Entwicklung des Entrepreneurial Designs im LaborX ist die Qualität der Fragen. Sie fokussierten an diesem ersten Abend vor allem auf die Motivation des Gründers und seine Leidenschaft für die Sache sowie auf das Thema Aufmerksamkeit. Die Kandidaten und das Publikum wurden beispielsweise gefragt, mit welchen Aspekten oder Zusatzfunktionen die Geschäftsidee aus sich heraus besondere Aufmerksamkeit erzeugen kann – denn wer dies bereits bei der Konzeptentwicklung berücksichtigt, braucht später weniger Energie für aufwändiges Marketing.

Zur Diskussion angemeldet hatten die Entrepreneure so unterschiedliche Geschäftsideen wie Herrenunterwäsche aus Bambus-Viskose (Daniel Cremer, Cremer), Design-Torten und Backkurse für Kinder (Claudia Müller-Eichholz, Lovely Bakery) und Lebensmittel für Berufstätige von den Höfen der Region (Simon Eichinger, Pflücksbringer).

Pflücksbringer Simon Eichinger Claudia Möller-Eichholz von der Lovely Bakery und Daniel Cremer im Gründerinterview (Fotos: S. Gritzuhn)

Pflücksbringer Simon Eichichinger, Claudia Eichholz/Lovely Bakery, Daniel Cremer im LaborX

 Crowd Sourcing eröffnet neue Blickwinkel

Das Crowd Sourcing als Anregung zur Weiterentwicklung des jeweiligen Entrepreneurial Designs war dann äußerst ergiebig: Die Bambus-Viskose könne auch für Sport- oder Babybekleidung geeignet sein, der Aufmerksamkeitsfokus könne auf dem Tragekomfort oder der kühlenden Eigenschaft des Stoffs liegen, ein neuer Absatzkanal könnten Flughafen-Shops sein.

Zuschauer LaborX Hamburg

Teilnehmer beim Crowdsourcing im LaborX am 7. Juli 2015 (Foto li: S. Gritzuhn, Foto re: J. Kittner)

Auch für den Pflücksbringer gab es nicht alltägliche Tipps: ‚Tupper-Parties‘ mit regionalen Produkten, Eröffnung eines Spätkaufs, direkter Abverkauf auf Firmengeländen oder an exponierten Stellen in der Stadt wie U-Bahn-Umsteigestationen, an denen viele Berufstätige nach der Arbeit vorbeikommen.

Am Ende war es aber nicht nur für die drei Gründer, sondern auch für das Publikum im Saal ein ebenso spannender wie erkenntnisreicher Abend. Nach dem erfolgreichen Startschuss sind die nächsten Hamburger LaborX-Termine schon in Sicht [Link auf laborx.de]. Am 29.9. wird der Schwerpunkt auf neuen Revenue-Streams liegen – also darauf, wie der Gründer verschiedene Erlösquellen erschließen kann.

Unser Fazit: Mit der Veranstaltungsreihe ist ein neues Format für Gründer in Hamburg entstanden, das auf kurzweilige und produktive Weise Entrepreneurial Design erlebbar macht. Hier wollen wir noch mehr Fokus reinbringen und mit den Gründern die Aspekte ihrer Idee vertiefen, die zum thematischen Schwerpunkt passen – am 29.9. also Revenue Streams. Denn schließlich sollen nicht nur die Gründer auf dem Podium vom LaborX profitieren – jeder Teilnehmer soll sich im LaborX wiederfinden und etwas für seine Idee mitnehmen können.

Direkt zur Anmeldung für das LaborX am 29.9.: Stiftung Entrepreneurship

Mehr erfahren: http://laborx-hamburg.de

Eindrücke vom LaborX am 7. Juli: LaborX Hamburg auf fb

 

Impressionen LaborX Hamburg

Auf Wiedersehen im LaborX am 29.9.2015 (Foto: J. Kittner)

[Fotografien: Hamburg Startups, Sina Gritzuhn; evers & jung, Josephine Kittner]

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