3. LaborX Hamburg: Volles Haus zum Thema „Aufmerksamkeitsmarketing“

Aufmerksamkeitsmarketing – das November-LaborX lud ein zu einem wichtigen Aspekt jeder Gründung und entsprechend begehrt waren die Plätze. Auch die dritte Veranstaltung aus der innovativen Reihe von evers & jung traf damit einen wichtigen Nerv bei Gründungen in Hamburg: Wie erzeuge ich mit wenig Mitteln möglichst viel Aufmerksamkeit?

Moderatorin Sarah Knirsch entlockte wichtige Tipps zunächst einem, der es wissen muss: Thomas Witt berät seit vielen Jahren klassische Mittelständler (v.a. Möbelhäuser) darin, wie man auf sich aufmerksam macht. „Der beste der Welt zu sein, wird unterschätzt“ ist sein zentrales Mantra vorweg – denn eine möglichst klein gehaltene Nische lässt sich beherrschen. Für die Praxis rät er, den „Schmerz der Zielgruppe“ so genau wie möglich zu beschreiben. Nur so kann man mit einfachen kommunikativen Maßnahmen maximale Kompetenz signalisieren. Wichtig ist aber, die Zielgruppe gut zu unterteilen: Die Verkäufer, Inhaber und Manager von Witts Möbelhaus-Mandanten zum Beispiel haben sehr unterschiedliche Schmerzpunkte, an denen man sie abholen kann.

Witt setzt auf bewährte Konzepte. Beispiel: Wissen umsonst als Content abzugeben und darüber das Interesse zu wecken, ihn als Berater und Trainer einzukaufen. Nicht das Wissen hat also den ökonomischen Wert, sondern nur die erzielte Verhaltensänderung danach. Witt verschenkt sein Wissen daher gegen Mailadressen und arbeitet gern mit Checklisten oder „10 Tipps, wie Sie …“-Ansätzen. Beim Leser löst dies zuverlässig Rettungsphantasien aus. Jeder Gründer, der seiner Zielgruppe Angebote für deren zentrale Schmerzpunkte machen kann, habe deshalb schon halb gewonnen. Und auch Witt verfährt nach der grundlegenden Erfolgsformel im Contentmarketing: „Viel produzieren, gucken was läuft und davon dann mehr machen.“ In seinem Blog erzielt er immer wieder große Reichweiten – z.B. mit einem Artikel zum Erfolgsrezept für Klofrauen. Solche Aktivitäten bringen ihm mehr Aufmerksamkeit als jede empirische Studie zum gleichen Thema.

Drei Gründungen suchten Anregungen zum Aufmerksamkeitsmarketing

Mit diesem Experten-Input zum Aufmerksamkeitsmarketing gebrieft, stellten sich wie gewohnt drei Gründerinnen und Gründer der Diskussion mit Moderator Jan Evers und dem LaborX-Publikum:

1001unforgettabletrips.com ist eine „Plattform von Reisebegeisterten für Reisebegeisterte“. Per PDF soll man dort seinen exklusiven Reiseplan zu den aufregendsten Stellen der Welt bekommen. Dem Gründerpaar gab die Crowd wichtige Empfehlungen, z.B. zum besseren Content-Marketing, zur Zielgruppenvalidierung oder zum Pricing.

Die Gründerin von gesundundmutter.de ist gerade dabei, Ihren Lieferdienst für gesundes und stillfreundliches Essen vom Hobby zum Vollzeitberuf auszubauen. Hier gingen die Publikumsvorschläge in Richtung Kooperationen (z.B. mit Hebammen), „Partykanal“ à la Tupperware und der Positionierung als Kompetenzzentrum rund um die Mutterschaft – dann wäre u.a. Raum für die erwähnten „10 Tipps“-Maßnahmen.

Am Ende des Abends wurde es international und düsterer: Als Reaktion auf die katastrophale Kriminalitätssituation in ihrer Heimat Mexiko basteln die beiden Gründer von Swalk (nicht zu verwechseln mit einer gleichnamigen Online-Boutique) an einer Community-App für den sicheren Nachhauseweg. Auch hierzu hatte das Publikum hilfreiche Vorschläge – und es gab sogar deutliche Anzeichen für eine spontane Crowdfinanzierungsrunde.

Alles in allem war das 3. LaborX also durch den Schwerpunkt Aufmerksamkeitsmarketing wieder spannend und hilfreich für alle Anwesenden. Nicht zuletzt trug dazu bei, dass in der Pause die Gelegenheit zur „negativen Energie-Transformation“ bestand: Die Gründer von scape-goat.com hatten im Vorraum einen ihrer „Sündenböcke“ aufgebaut und man konnte nach Herzenslust darauf herumprügeln. Die positiv gewendeten Energien flossen in die zweite Hälfte des Abends ein. Kein Wunder, dass er ein Erfolg wurde.

Am 9. Februar 2016 geht es weiter mit dem LaborX Hamburg. Mehr dazu regelmäßig auf https://www.facebook.com/laborxHH.

Fotos: © Johannes Stüber

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